Monatelang Baumaschinen mitten in Bettwil. Und jetzt? Ein Platz, auf dem du dich hinsetzen, jemanden treffen und einfach eine Weile bleiben kannst. Der neu gestaltete Chäsiplatz ist eingeweiht. Zur Eröffnung leuchteten Laternen und Lichterketten, das Alphorntrio der Ländlerfrönde Freiamt spielte, und rund um die Festbänke wurde geplaudert. Der Spot mitten im Dorf hat seinen ersten Abend schon mal gut gemeistert.
Aus einer Wiese wird ein Treffpunkt
Wo vorher eine eher unscheinbare Wiese lag, zieht sich nun ein geschwungener Kiesplatz um die markante Birke. Eine halbrunde Bank umfasst ihren Stamm. Setz dich bei Gelegenheit hin: Du kannst die Landschaft geniessen, kurz durchatmen oder ein Schwätzchen anfangen. Die Birke kommt durch die neue Gestaltung besonders schön zur Geltung, während ihr die Bank einen Platz zum Verweilen gibt. Nice, oder?
Bei der Einweihung blieb es jedenfalls nicht beim Anschauen. Immer mehr Leute kamen dazu, begrüssten einander und rückten an den Festbänken zusammen. Frau Gemeindeammann Dominique Hoffmann freute sich: «Das halbe Dorf ist da». Genau für solche Momente ist der Platz gedacht. «Er soll Begegnungen ermöglichen», sagte sie. Ihr geht es darum, miteinander anzustossen und die Gemeinschaft in Bettwil zu pflegen.
Hier hat man sich schon früher ausgetauscht
Neu ist die Idee eines Treffpunkts an dieser Stelle nicht. Früher brachten die Bauern hier ihre Milch zur Annahme. Dabei ging es nicht nur um Arbeit: Man tauschte Neuigkeiten aus und erfuhr, was im Dorf lief. Später wendeten die Linienbusse auf dem Platz. Heute sorgt auch der Dorfladen «Punkt» dafür, dass sich die Leute hier begegnen.
Und dann wäre da noch eine Geschichte, die du vielleicht noch nicht kennst: An der Stelle des neuen Platzes stand einst ein Kornspeicher. Als er abgebrochen wurde, fand man Goldmünzen. Gab es beim jüngsten Umbau wieder einen Fund? Leider nein. «Bei den aktuellen Bauarbeiten kam leider kein weiterer Schatz zum Vorschein», erzählte Hoffmann.
Vier Jahre Geduld, drei Tannen und 20 Liter Suppe
Die Finanzierung war trotzdem gesichert. Vor ziemlich genau vier Jahren sagte die Gemeindeversammlung der Ortsbürger Ja zum Baukredit. Ausgangspunkt für das Projekt war der damals geplante und inzwischen realisierte Neubau der Trafostation Dorf. Hoffmann nennt den neuen Chäsiplatz eine «Investition in die Zukunft des Dorfs» und einen «Ort, um das Dorfleben zu pflegen». Bis zur Einweihung dauerte es allerdings. «Es hat Geduld gebraucht», sagte sie. «Lange prägten Baumaschinen diesen Ort.»
Jetzt stehen dort auch drei Tannen als Blickfang, eine Hommage an das Bettwiler Dorfwappen. Am Eröffnungsabend waren sie grün beleuchtet. Nur der Rasen ringsherum braucht noch etwas Zeit zum Wachsen. Die Funktion des Platzes liess sich dagegen sofort testen: Menschen trafen sich, redeten und verbrachten den Abend zusammen.
Der Gemeinderat bewirtete die Gäste. Hoffmann und ihr Gemeinderatskollege Marc Evangelista hatten dafür 20 Liter Kürbissuppe vorbereitet. «Die Suppe ist selbst gemacht», verriet Hoffmann. Beim Würzen gab es eine klare Rollenverteilung: «Ich habe nur geholfen, er hat gewürzt». Und die Küchenarbeit war offenbar nicht ganz ohne: «Mein Pürierstab hätte fast den Geist aufgegeben.»
Mit warmer Suppe in der Hand sassen die Besucherinnen und Besucher zusammen, plauderten an der Fassstrasse und hörten den Alphörnern zu. Auch Thomas Stöckli hielt die Einweihung für den Wohler Anzeiger fest. Der erste Abend hat gezeigt, was auf dem Chäsiplatz möglich ist. Schau also ruhig mal vorbei, auch wenn gerade kein Fest läuft. Besonders in der warmen Jahreszeit könnte hier der nächste spontane Dorfplausch entstehen.
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